Sonntag, 2. September 2012

5 km Nürburgringlauf

Zum Herbstauftakt - und damit meiner ganz persönlichen Laufsaisoneröffnung -  fuhren Sven, Dirk und ich am Freitag gleich nach Feierabend gen Nürburgring, wo der 32. Hochwald-Nürburgringlauf stattfand. Die beiden Jungs wollten den Lauf als Trainingslauf für den am 14.10. in Köln stattfindenden Halbmarathon nutzen. Ich traute mir nur den 5-Kilometerlauf zu, was auf Grund der vielen Höhenmeter auch gut so war. Hügel, geschweige denn Steilkurven oder gar Berge sind ohnehin schon nicht mein Ding, im Wettkampf brauch ich sowas dann erst recht nicht. Die Anreise gestaltete sich zähflüssig, ein blöder Stau veranlasste uns, die letzten Kilometer über die schönen Landstraßen durch die Eifel bis zum Ring zu fahren, der uns verregnet und mit viel Wind empfing - der Herbst lässt grüßen, wenn auch auf recht unschöne Art und Weise. Zum Glück war die Wetterprognose für den nächsten Tag deutlich angenehmer.

Nach dem wir unsere Nachmeldungen erledigt hatten, erkundeten wir ein wenig das Gelände, schauten uns nach der Pasta-Party auch den Start- und Zielbereich an, auf dem ansonsten Vettel & Co. ihre Runden drehten. Schon beeindruckend. Zahlreiche Radfahrer campierten bereits auf dem Gelände, denn neben dem Laufereignis war der eigentliche Höhepunkt "10 Jahre Rad am Ring" u. a. mit einem 24-Stunden-Rennen.

In Ulmen übernachteten wir in dem überaus urigen Hotel Bürgerstube, welches durch liebevollste Einrichtung von Raritäten, Tinnef und Originellem neben herzlicher Freundlichkeit der Menschen dort absolut punktete. Abermals sorgten die Zwillingsmänner wieder für Aufsehen - wirklich witzig, wie die Menschen (vor allem Frauen) auf (erwachsene) Zwillinge reagieren. In der Bierstuben tranken wir als Absacker das von uns so sehr gemochte "Eifeler Landbier", das leider nur in ganz wenigen Lokalen in Aachen zu bekommen ist. Nach einer kurzen, aber erholsamen Nacht gabs ein kleines Frühstück für mich, ein etwas größeres für die Männer und auf gings abermals zum Ring. Das Wetter war mit   8 Grad, Nebel und leichtem Wind eine gute Voraussetzung für einen Lauf, wenn wir auch alle schwer überlegten, was wir denn letztendlich zum Lauf anziehen sollten, es war schon ziemlich schattig dort oben. Ganz zaghaft zeigte sich bereits die Sonne, was die ansonsten nebelgeschwängerte Landschaft in ein wunderschönes Licht tauchte und uns zu einem Vergleich mit Irland hinreißen ließ. Die Eifel ist schon eine wirklich schöne Gegend!

Am Ring angekommen herrschte reges Treiben und nach dem Abgeben der Sporttasche landeten wir quasi punktgenau zum Start der 24,4 km Läufer, groß warm laufen war also diesmal für Sven und Dirk nicht mehr drin. 10 Minuten später startete dann auch ich im Block der 5er und lief mit 230 weiteren Läuferinnen und Läufern über die Grand Prix Strecke in den Nebel hinein. Während am Rande die Camper frühstückten und allmählich Leben in die Zelte kam, schlängelten wir uns über die breite Strecke, die jedem Läufer mehr als genug Raum gab. Das Tückische an dieser Runde war, dass die ersten 2 km schön bergab gingen (bei der großen Runde waren es sogar die ersten 11 Kilometer!), wohin gegen natürlich die nächsten Kilometer bergan gehen mussten. Dummerweise lagen genau in dem Bereich die Sportfotografen auf der Erde, wo die Hügel am steilsten waren, so dass man sich nicht gerne die Blöße gab, hier zu gehen. Sobald ich die Fotografen aber passiert hatte,  verschnaufte ich erst mal im Gehen ein Stück. Schneller wäre ich auch laufend nicht voran gekommen, also warum unnötig quälen und dieser Lauf fiel ohnehin für mich mehr in die Rubrik "Dabei sein ist alles". Dass ich hier meine Bestzeit nicht knacken würde, war klar, also nahm ich es sportlich und gelassen. Trotzdem hatte ich unterwegs natürlich wieder so ehrgeizige Momente und wollte alles geben, fühlte mich dadurch aber nur umso unfitter und wollte sogar kurzfristig wieder einfach stehen bleiben. Dann aber zügelte ich meinen Frust wieder und lief halt, wie es meine Fitness eben so zuließ. Das reichte am Ende dann für eine offizielle 32:46 min., was mir einen Platz 4 (von 10) in der AK45 bescherte und einen Gesamtplatz 40 (von 79). Laut Sporttracks waren es knapp 75 Höhenmeter, aber die auf den letzten 3 Kilometern. Mit dem Ergebnis bin ich also mehr als zufrieden!

Ich zog mich fix um und ging dann zurück in den Zielbereich, so dass ich den Finisher, Bodo Banischewski aus München, der die 24,4 km Runde nach sagenhaften 1:32:36 Stunde noch mit bekam! Diesmal gabs weder Kenianer noch Äthiopier, was wohl am fehlenden Preisgeld lag - auch mal schön. Es war wirklich toll, die ganzen Finisher und auch Zuschauer aus nächster Nähe sehen zu können, überall um mich herum nur glückliche, lächelnde Gesichter. Rainer Neubert begrüßte ich nach 2:04:34 h im Ziel, der diesen Lauf ebenfalls als Trainingslauf für seinen in zwei Wochen stattfindenden Marathon nutzte. Hab mich sehr über das spontane Wiedersehen mit dem 'rasenden Reporter vom Volksfreund aus Trier' gefreut.

Und dann kamen auch meine Männer nach 2:18:57 h recht entspannt ins Ziel, die wie geplant nicht ans Limit gegangen sind und diesen Lauf regelrecht genossen haben. Sie wirkten wirklich nicht "am Ende", was ich bewundernd feststellte. Nach einer Verpflegungsrunde und dem Finisher-Bier machten wir uns auf den Weg zum Parkplatz, wo wir abermals auf Rainer trafen, so dass sich auch die Männer noch kurz Hallo sagen konnten. Inzwischen war die Sonne richtig durch gekommen, so dass die Rückfahrt bis zur Autobahn ein richtiger Genuss wurde. Es war ein toller Lauf auf einer einmaligen Strecke mit vielen schönen Eindrücken und ich war froh, dass ich mich doch noch für eine Teilnahme entschieden hatte - somit freue ich mich über einen weiteren Punkt auf meiner Lauflandkarte und eine schöne Medaille im Sportzimmerchen :-)).

Und hier noch ein paar Bilder, die Dirk (hier sein Bericht) vor, während und nach dem Lauf gemacht hat:







































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