Sonntag, 15. Dezember 2013

Der ATG 2013

Hm... war wohl irgendwie nicht mein Wochenende.

Gestern bin ich schon mit Kopfschmerzen wach geworden, die leider im Laufe des Tages immer heftiger wurden, so dass ich den ganzen Samstag mehr oder weniger im Bett liegend und schlafend verbracht habe. Die Doppelgeburtstags-80er-Party ist somit auch für uns ins Wasser gefallen.

Frohen Mutes und gut erholt ging es dann heute mit Dirk und Sven nach Mulartshütte, zum Start des 31. ATG Winterlaufs. Ich fühlte mich nach einem üblichen Läuferfrühstück guter Dinge, alles passte soweit. In der Voreifel angekommen, war es wie immer kalt, üsselig und nass, zum Glück ohne Regen, aber die Wege waren schon recht pratschig. Ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich mein vorsichtshalber mal angezogenes Unterhemd anlassen sollte oder besser nicht, es war irgendwie schwer abzuwägen für mich und dann war die Tasche mit unseren Sachen auch schon abgegeben und ab ging es in den Startblock. Tja, Unterhemd blieb also wo es war, eng am Körper. Kurz nach 11 Uhr fiel der Startschuss und der Tross der 2500 Teilnehmer setzte sich in Bewegung. Mit einem 6:42er pace lief ich den ersten Kilometer, aber dann kam der erste fiese Berg. Immerhin noch mit 7:15 keuchte ich dort hoch, bis es endlich für längere Zeit bergab ging. Nach dem 2. Kilometer wusste ich wohl schon, dass das Unterhemd definitiv zuviel ist! Die nächsten vier Kilometer waren dann sehr schnell, zu schnell, wie ich im Nachhinein fürchte. Das schnelle bergab Laufen war nicht so gut für meine recht untrainierten Knochen, die seit Ewigkeiten kein Lauf-ABC mehr gemacht hatten, so dass ich bereits ab Kilometer 9 große Probleme bekam. An der Bahnhofsvision entschied ich mich zunächst für einen Stopp, wo ich mich des Unterhemdes in aller Öffentlichkeit entledigte und dabei einen Becher Wasser trank. Hier verlor ich schon sehr viel Zeit. Tja und dann auch den Anschluss, im wahrsten Sinne des Wortes. Es fiel mir super schwer, wieder in einen Rhythmus zu kommen und das Gequatsche der Holländerinnen hinter mir nervte. Meine Knie fingen fast gleichzeitig an zu mucken, der linke Fuß hatte sein berühmtes Stechen schon länger hinter sich, auch der fühlte sich nicht gut an.

Das war der Zeitpunkt, wo ich zum ersten Mal über einen Ausstieg nachdachte. Dumm nur, dass diese von A nach B Strecke durch die Pampa keinerlei Möglichkeit bietet, abzukürzen oder sonst irgendwie zum Zielbereich zu kommen. Ich versuchte es dann noch mit Musik, aber die half mir auch nicht. Ich ärgerte mich, mal wieder kein Handy dabei zu haben, sonst hätte ich wenigstens Flo informieren können, dass man mich später irgendwo aufsammeln soll. Und so blieb mir also nichts anderes übrig, als mich durchzukämpfen. Immer wieder starte ich mal einen neuen Versuch, ins Laufen zu kommen, aber schon nach wenigen Schritten schmerzten beide Knie um die Wette. Die Schmerzen waren im Gehen natürlich nicht weg, aber zumindest nicht ganz so dolle. Nun tat mir auch die Hüfte und der Hintern weh und der Blick auf die Uhr, die mir noch 6 Kilometer anzeigte, machte das Ganze nicht wirklich angenehmer. Der Besenwagen überholte mich irgendwo am Ende vom Hitfeld, hatte aber leider keinen Platz, mich mitzunehmen. Der Rote Kreuz Wagen wäre noch eine Möglichkeit gewesen, denn Schmerzen hatte ich ja nun. Aber irgendwie war das dann doch keine Option für mich. Also ging ich weiter und weiter und weiter. Und wusste irgendwann an einer Hauptstraße nicht mehr, wo der Weg nun weiter geht. Also ging ich ein Stück die Straße runter und wusste nur intuitiv, dass ich auf die andere Seite musste. Da waren es noch 2 Kilometer bis ins Stadion. Die kamen mir endlos lang vor, während mir bereits die ersten Läufer schon wieder entgegenkamen. Ich wich ihren Blicken betont desinteressiert aus ;-)...

Nach 2:30 Stunden war ich endlich im Ziel und hätte zu gerne nach einem Rollstuhl gefragt. Dirk hatte sich natürlich schon Sorgen gemacht, er war nach 1:34 h im Ziel und musste also recht lange auf mich warten. Wir holten noch meine Printe und den Buff ab und dann gings endlich nach Hause. Zwischenstopp bei Longlie, wie jeden Sonntag nach den langen Läufen, und mit einer Ibu 800 dann erst mal auf die Couch in eine warme Decke gemummelt.

Den Haken hab ich längst dran gemacht. Insgesamt war es ein Lauf der Erkenntnisse: Lauf besser solche Kanten nicht mehr ohne Geld oder Handy, lauf nicht zu schnell los und mach künftig wieder immer schön brav das Lauf-ABC, denn das bringt wirklich was. Interessant war es auch mal, vom Besenwagen überholt zu werden, immerhin eine neue Erfahrung, die man hoffentlich nicht allzu oft macht. Und hier ist er, mein Lauf, den ich am Ende auch noch vergessen habe, abzustoppen :-). Erstaunt war ich zu sehen, dass trotz der ganzen Geherei immer noch eine 8:13er pace dabei raus gekommen ist. Doch zu den lässigen 6:35 vom Vorjahr natürlich kein Vergleich, den Lauf hab ich wirklich genossen, der lief einfach nur richtig gut (ok, da hab ich glaube ich auch schon für Berlin trainiert). Im nächsten Jahr werde ich den ATG auf jeden Fall nicht mehr mit laufen. Die profilierte Strecke ist nicht wirklich schön (mein Empfinden!), warum dieser Lauf hier in der Region so heiß begehrt ist, weiß ich beim besten Willen nicht. Dann stehe ich meinen Jungs wieder als Fahrerin zur Verfügung und Flo wird an meiner Stelle dabei sein, wie er heute unter Zeugen sagte :-).


Kommentare:

  1. Oweh, liebe Marion, mein tiefes Mitgefühl für das, was Du da erlebt hast. Aber wie ich lese, ziehst Du die richtigen Schlüsse. Immer an den Notfall denken. Vor allem aber nicht zu schlecht vorbereitet in so einen schweren Lauf gehen. Und das ABC muss einfach sein. Dann werden die Zipperlein auch bald keine Rolle mehr spielen.

    Liebe Grüße
    Rainer

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  2. Vielen Dank, lieber Reiner.

    Es war ein rundum aufschlussreicher Lauf ;-). Haken dran und mitnehmen, was es zu lernen gab.

    Liebe Grüße nach Trier

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  3. Sorry, Rainer natürlich mit A (unser Nachbar ist der mit dem E) ;-))

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